Rohstoffingenieurwesen (Mineral Resources Engineering) M.Sc.

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Master of Science
Studienbeginn:
Winter-, Sommersemester
Regelstudienzeit:
4 Semester
ECTS-Punkte:
120Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • 1. Hochschulabschluss, fachliche Vorbildung gem. PO Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Ein anerkannter erster Hochschulabschluss, durch den die fachliche Vorbildung für den Masterstudiengang nachgewiesen wird. Die für ein erfolgreiches Studium erforderlichen Kenntnisse sind in der jeweiligen Prüfungsordnung (PO) festgelegt.

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

frei
kein NC

Zulassung höhere Semester

frei
kein NC

Termine und Fristen

 

Die nachhaltige Versorgung der Menschen mit Rohstoffen ist gegenwärtig und zukünftig eine wichtige Aufgabe. Es werden Spezialisten benötigt, die effiziente Abbau- und Aufbereitungsmethoden sowie intelligente Rückgewinnungssysteme entwickeln, um so einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde zu gewährleisten. Absolventinnen und Absolventen aus dem Bereich Rohstoffe und Entsorgungstechnik leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass auch der Rohstoffbedarf nachfolgender Generationen gedeckt werden kann.

Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen aus dem Rohstoffbereich oder auch aus anderen ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen können sich im Masterstudiengang vom Allrounder zum Spezialisten ausbilden lassen: Dazu werden die Vertiefungsrichtungen Bergbau und Recycling angeboten. Die Studierenden vertiefen ihre im Bachelor Nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung in den Vertiefungsrichtungen Bergbau und Recycling erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten und erwerben Fertigkeiten zur Bearbeitung komplexer technischer und organisatorischer Probleme. Hierzu tragen auch Lehrveranstaltungen aus den Bereichen Recht und Management bei.

Innerhalb von zwei Jahren lernen die Studierenden ein ausgewähltes Spezialgebiet intensiv kennen. In einem weiteren Praktikum können sie das im Studium Erlernte früh in die Tat umsetzen. Ausgestattet mit umfassenden Fachkenntnissen, Erfahrungen in Projekt- und Teamarbeit und dem Bewusstsein für die technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen des Rohstoffsektors starten Rohstoffingenieurinnen und Rohstoffingenieure ins Berufsleben.

Charakteristika des Studiengangs an der RWTH

Der Masterstudiengang bietet eine außergewöhnlich individuelle und intensive Lehre mit frühen Möglichkeiten, an aktuellen Forschungsprojekten teilzunehmen. Er vermittelt nicht nur theoretisches Wissen - es wird viel Wert auf praktisches Know-How gelegt. Im Rahmen des Studiums finden regelmäßig Exkursionen zu ausgesuchten Standorten und Unternehmen statt. So können fachliche Inhalte direkt vor Ort erarbeitet und vertieft werden. Ob nach Brasilien, Kanada, Chile, in die USA oder nach Schweden – die Möglichkeiten für Studierende im Bereich Rohstoffingenieurwesen sind breit gefächert. Durch die sehr gute Betreuungsrelation können Masterstudierende intensive Einblicke in die aktuellen Forschungsprojekte gewinnen und daran partizipieren. Einen ersten Überblick bietet die Webseite Forschungsprojekte.

 

Studienverlauf

Das Studium besteht aus einem Pflicht- und einem Wahlpflichtbereich sowie der Vertiefungsrichtung. Das Grundgerüst des Studienprogramms bildet der Pflichtbereich, den alle Studierende gemeinsam absolvieren. Ein Wahlpflichtblock ermöglicht, aus einem Katalog von fachwissenschaftlichen Veranstaltungen zu wählen. Während der Wahlblock im Bachelorstudiengang nur 20 Prozent ausmacht, umfasst er beim Master 80 Prozent des Studiums. Entsprechend der gewählten Spezialisierung wird im Vertiefungsbereich ein festes Lehrprogramm absolviert.

 

Studienstruktur (vereinfacht)

Pflichtbereich

Mineralische Rohstoffe und Nachhaltigkeit, Nichttechnisches Wahlpflichtfach, Recht

Vertiefungsrichtung Bergbau

Rohstoffingenieurinnen und -ingenieure im Bereich Gewinnung beschäftigen sich mit dem Auffinden von Lagerstätten, dem Abbau von Rohstoffen mit umweltschonender und ökonomisch sinnvoller Technik und den rechtlichen Bedingungen der Rohstoffgewinnung. Sie entscheiden, welche Abbautechniken in einzelnen Vorhaben zum Einsatz kommen und entwickeln effiziente Gewinnungssysteme. Den Studierenden werden Kenntnisse über die Eigenschaften der Rohstoffe, über Arbeitssicherheit, das Geodatenmanagement, die Vermarktung der gewonnenen Rohstoffe sowie rechtliches und wirtschaftliches Grundlagenwissen vermittelt. Rohstoffingenieurinnen und – ingenieure mit Vertiefungsrichtung Nachhaltige Gewinnung konstruieren im Spezialtiefbau unterirdische Gebäude und Tunnel, arbeiten als Entwicklungs- oder Verkaufsingenieur von Maschinenherstellern, als Sprengingenieure bei Sprengstoffherstellern oder sind Mitarbeiter in Unternehmensberatungen.
Rohstoffingenieurinnen und – ingenieure in der Vertiefungsrichtung mit Markscheidewesen erfassen Lagerstätten und Infrastrukturen mit modernen Messmethoden, dokumentieren und bewerten Geo- und Basisdaten mit Hilfe von Geoinformationssystemen und bearbeiten potenzielle Georisiken aus der Rohstoffgewinnung. In der Vertiefungsrichtung Aufbereitung beschäftigen sich die Studierenden mit der Planung von Aufbereitungsanlagen und der eigentlichen Aufbereitung von mineralischen Rohstoffen.

Mit der Vertiefungsrichtung Nachhaltige Gewinnung oder Markscheidewesen können zusätzlich die Voraussetzungen für eine anschließende Ausbildung im höheren Staatsdienst (Assessor des Berg- oder Markscheidefachs) erworben werden. Mehr Details zu dieser Vertiefungsrichtung

Vertiefungsrichtung Recycling

Rohstoffingenieurinnen und Rohstoffingenieure im Bereich Recycling beschäftigen sich mit dem Recycling von sekundären Rohstoffen. Sie sind unter anderem für die Modellierung von Aufbereitungsprozessen sowie die Konstruktion und Inbetriebnahme von Recyclinganlagen zuständig, sie entwickeln und optimieren Veredelungstechnologien für Kunststoffe und Papier und beschäftigen sich mit der Wiedergewinnung metallischer Wertstoffe wie Fe/Ne-Metalle.

Darüber hinaus sind Rohstoffingenieurinnen und – ingenieure Spezialisten auf dem Gebiet der Bio- und Geoenergie. Sie wissen ebenso mit nachhaltigen Energien wie Grubengas und Geothermie umzugehen.
Mehr Details zu dieser Vertiefungsrichtung

 

Auslandsstudienangebote

Studierende des M.Sc.-Studiengangs Rohstoffingenieurwesen haben die Möglichkeit, am eigenständigen Masterprogramm „European Mining Course“ teilzunehmen. Der EMC wird von drei Universitäten veranstaltet: der RWTH Aachen, der Delft University und der Aalto University in Helsinki. Das Programm besteht aus 4 Semestern und wird in englischer Sprache gehalten. Die Masterstudierenden werden in den ersten drei Semestern Veranstaltungen an diesen Universitäten besuchen. Im letzten Semester teilen sich die Studierenden auf eine Partneruniversität ihrer Wahl auf und schreiben dort ihre Abschlussarbeit. Von diesen drei Universitäten erhalten sie dann einen Doppelabschluss (M.Sc.). Der intensive Kontakt beim EMC unter den Studierenden und mit Unternehmen ist ein wichtiger Bestandteil dieses Programms und bietet eine gute Gelegenheit, potentielle Arbeitgeber kennen zu lernen. Speziell zum „EMC - European Mining Course“ informiert die Fachgruppenwebseite Studieren im Ausland. Wenn Sie sich einen Überblick über alle Austauschprogramme der RWTH verschaffen wollen, hilft Ihnen die Datenbank MoveON - Internationale Austauschmöglichkeiten.

Praktika

Im Masterstudiengang müssen Studienende zusätzlich zu den 40 Praktikumstagen aus der Bachelorphase weitere 50 Tage praktische Tätigkeit nachweisen. Die Praktikumsrichtlinien sind Teil der Prüfungsordnung (Anhang 3). Je nach Vertiefungsrichtung sind unterschiedliche Betriebe zu wählen. Weitere Details auf der Webseite der Fachgruppe.

Exkursionen

Regelmäßig bietet die Fachgruppe Exkursionen an, die es erlauben, Rohstoffgewinnung, -aufbereitung und –recycling vor Ort zu erleben. Einen Einblick bietet die Webseite Exkursionen.

 

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Studienaufnahme ist ein erster Hochschulabschluss. Die geforderte fachliche Vorbildung ist in der Prüfungsordnung formuliert. Die Feststellung, dass die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind, trifft der Prüfungsausschuss.

 

Berufsperspektiven

Absolventinnen und Absolventen finden sehr gute Einstiegsmöglichkeiten in der rohstoffgewinnenden und -verarbeitende Industrie von Erdöl, Erdgas, Kohle, Erdwärme, Erze, Edelmetalle.
Sie arbeiten aufgrund ihrer interdisziplinären, wissenschaftlichen Ausbildung häufig im Management von Unternehmen aus der Rohstoffwirtschaft, der Umwelttechnik oder dem Energiesektor. Darüber hinaus übernehmen sie in der Rohstoffbranche Aufsichts-, Gutachter- und Beratungstätigkeiten. Auch in Wirtschaftsberatungsunternehmen, Versicherungen oder Banken sind Rohstoffingenieure heute vermehrt anzutreffen. Durch den enormen Bedarf an Know-how und moderner Technologie in der Rohstoffbranche sind Rohstoffingenieurinnen und Rohstoffingenieure zurzeit weltweit äußerst gefragt. Interessante Karrierewege zeigt die Fachgruppenwebseite Absolventenporträts.

 

Prüfungsordnung

Regelungen, die grundsätzlich für alle Bachelor- und Masterstudiengänge gelten, sowie detaillierte Angaben zum Nachweis der geforderten Sprachkenntnisse finden sich in der Übergreifenden Prüfungsordnung der RWTH. Prüfungsordnungen werden aufgrund ihrer Rechtsverbindlichkeit nur in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die fachspezifische Prüfungsordnung regelt rechtsverbindlich Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Masterstudiengang Rohstoffingenieurwesen wird angeboten von der Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik in der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik.