Stahl-Innovationspreis 2015 Kategorie „Forschung und Entwicklung“ HiPerComp – High Performance Components Längere Bauteillebensdauer durch schadenstolerante Stähle

09.06.2015
  Preisträger Urheberrecht: Wirtschaftsvereinigung Stahl Die ausgezeichneten Mitarbeiter des Projektes HiPerComp (v.l.n.r.): Carolin Wickborn (FZG), Margarita Bambach (IEHK), Hendrik Kramer (WKK) und Dr.-Ing. Holger Surm (IWT) umrahmt von Bundesministerin Johanna Wanka und Moderator Ranga Yogeshwar

Der Stahlinnovationspreis wird alle drei Jahre ausgelobt. Am 9. Juni fand in Berlin die Verleihungszeremonie in Gegenwart von Frau Ministerin Wanka und moderiert durch Ranga Yogeshwar statt. Das Projekt "High Performance Components" (Betreuerin: Frau Bambach) wurde gemeinsam mit der Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau der TU München, dem Lehrstuhl für Werkstoffkunde der TU Kaiserslautern und der Stiftung Institut für Werkstofftechnik in Bremen mit dem ersten Preis des Stahl-Innovationspreises 2015 in der Kategorie Forschung ausgezeichnet.

In dem DFG-AiF-Gemeinschaftsvorhaben HiPerComp, das in mehreren Teilprojekten Grundlagen- und Anwendungsforschung kombiniert, sind die beteiligten Institute in interdisziplinärer Zusammenarbeit einen grundlegend anderen Weg gegangen, um die Empfindlichkeit des Werkstoffs gegenüber dem Versagen aufgrund von Einschlüssen zu reduzieren. Dieser basiert auf der innovativen Idee, die Schadenstoleranz der Werkstoffe durch Einstellen eines Werkstoffzustandes mit möglichst hohem Verfestigungsvermögen zu steigern. Lokale Verformung des Werkstoffs im Bereich von Einschlüssen führt dann zu einer starken Verfestigung an diesen versagenskritischen Positionen. So kann die Rissentstehung vermieden oder die Rissausbreitung gestoppt werden.

Am Institut für Eisenhüttenkunde wurden im Rahmen des Projekts innerhalb von drei Jahren 25 Stähle im Labormaß erschmolzen und unter industrienahen Bedingungen prozessiert. Zusammen mit Referenzwerkstoffen wurden diese Stähle bezüglich ihrer Mikrostruktur und mechanischen Eigenschaften umfassend charakterisiert.

Das Institut hat außerdem für das Projekt "Steigerung der Einsatzmöglichkeiten hochfester Stahlsorten im Stahl- und Apparatebau (Betreuerin: Frau Brinnel) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Stahlbau eine lobende Erwähnung bekommen.