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Logo Verein zur Förderung der Aachener Eisenhüttenkunde e.V.

RWTH Aachen University - House of Production

SFB 761 - Stahl-Abinitio

Was ist Stahl?

Der metallische Werkstoff Stahl ist eine Legierung (=Mischung auf atomarer Basis) des Elementes Eisen mit anderen nichtmetallischen oder metallischen Elementen. Nichtmetallische Legierungselemente sind beispielsweise Kohlenstoff und Silicium; metallische Legierungselemente hingegen Mangan und Chrom. Das wichtigste Legierungselement für Stahl ist der Kohlenstoff. Durch Menge und Art der Legierungselemente lassen sich erwünschte Gebrauchseigenschaften erreichen und weniger erwünschte Eigenschaften unterdrücken.

Ursprünglich wurde allgemein als wesentliches Merkmal für den Begriff Stahl die Härtbarkeit angegeben. Dieses Kriterium wird in diesem Sinne heute nicht mehr benutzt, und man bezeichnet als Stahl alle Eisenwerkstoffe, deren Massenanteil an Eisen größer ist als der jeden anderen Elements. Mit Ausnahme einiger chromreicher Stähle enthält Stahl höchstens rund 2 % Kohlenstoff. Stähle mit mehr als 2 % Kohlenstoff werden als Gusseisen unterschieden.

Diese Eigenschaften machen Stahl zu einem der mit Abstand wichtigsten, vielseitigsten und anpassungsfähigsten Werkstoffe. Die Anpassungsfähigkeit von Stahl ist vor allem durch die Möglichkeit der Warm- und Kaltumformung, die Schweißeignung, die spanende Bearbeitung, die Korrosionsbeständigkeit, die Gießbarkeit, die Hitzebeständigkeit und die Warmfestigkeit gegeben. Stahl kann weiterhin durch die Zugabe von Legierungsmittel und durch verschiedene Prozeßschritte genau auf die Anforderungen eines Bauteils eingestellt werden. Daher wird der Werkstoff Stahl auch in Zukunft eine große Rolle spielen.

(Quelle: Stahlfibel, Verlag Stahleisen GmbH, Düsseldorf, 2002)