Nachruf Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Heinrich Wilhelm Gudenau

06.08.2019
  Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Heinrich Wilhelm Gudenau Urheberrecht: IEHK

Am 6. August starb Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Heinrich Wilhelm Gudenau im Alter von 83 Jahren.

Bis vor kurzer Zeit noch nahm der Eisen- und Stahlmetallurge aus Leidenschaft Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Heinrich Wilhelm Gudenau regen Anteil am Leben im Institut für Eisenhüttenkunde der RWTH Aachen University. Er starb am 6. August 2019.

1936 in Wanne-Eickel geboren ging der mit vielseitigen Talenten und Interessen ausgestattete Heinrich Wilhelm Gudenau nach Aachen, um die Eisenhüttenkunde zu studieren. Nach Diplomabschluss und ausgezeichneter Promotion bei Prof. H. Schenck im Jahr 1967 wendete er sein Wissen als stellvertretender Geschäftsführer bei der Eisenhütte Dassel an, nicht ohne das wirtschaftswissenschaftliche Aufbaustudium der RWTH parallel zu absolvieren, 1971 abzuschließen und als Oberingenieur am IEHK tätig zu sein.

Bereits 1972 erhielt er nach seiner Habilitation die „Venia Legendi“ für das Gebiet „Hüttenmännische Verfahrenstechnik“. Es folgte ein Jahr in Japan als Dozent an der Tokyo Kogyo Daigaku-Hochschule und als Gastforscher des Stahlunternehmens Nippon Kokan. Weitere Gastaufenthalte und –professuren in Brasilien, China, Süd-Korea, Australien, Indien und Algerien folgten. Zunächst als apl. Professor, seit 1982 als Ordinarius mit dem Lehr- und Forschungsgebiet „Eisenherstellung“, dann „Metallurgie von Eisen und Stahl“, lehrte Prof. „Heiwi“ Gudenau an der RWTH Aachen. Konsequenterweise übertrug die RWTH Herrn Gudenau 1980 die Leitung der Senatskommission für das Ausländerprogramm.

Immer wieder zog es ihn in andere Länder, sei es mit seiner Ehefrau Petra und den Söhnen Alexander und Christian oder mit seiner Aachener Assistentengruppe. Er erhielt drei Ehrenprofessuren: an der University of Science and Technology Beijing (USTB) und der Northeastern University in Shenyang, China, sowie an der Dnepopetrovsk State University in der Ukraine. Besonders stolz war er auf die Verleihung des Titels „Honorary Member of the Iron & Steel Institute of Japan“, verliehen im Jahr 2005. 2015 fand Herrn Gudenau zu Ehren in Antalya, Türkei, das „Sustainable Industrial Processing Summit & Exhibition: Gudenau International Symposium“ statt.

Die maßgebliche Mitwirkung an über 300 Promotionen auf dem Gebiet der Eisenerzeugung aus Erz gibt die große wissenschaftliche Schaffenskraft Gudenaus wider. Immer wieder startete er neue Untersuchungen zum Hochofenprozess, zur Erzvorbereitung, aber auch zur Durchführung von Direktreduktionsverfahren. Dabei waren ihm stets die industrielle Nachhaltigkeit, die Stoffeffizienz sowie der Umweltschutz wichtige Themen. Viele seiner „Ehemaligen“ setzten seine Anregungen an maßgeblichen Positionen der Stahlindustrie um. Im Stahlinstitut VDEh war Heinrich Wilhelm Gudenau als persönliches Mitglied seit 1963 im Hochofenausschuss und im Ausschuss für metallurgische Grundlagen aktiv.

Der Forscher, Hochschullehrer, Familienvater, Alter Herr des Corps „Paleo Teutonia“ und Freund Heinrich Wilhelm Gudenau bleibt unvergessen.

Aachen, den 16.08.2019

Dieter Senk